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  • Ratgeber
  • 18 Min. Lesen
  • 2026-04-23

Steuern sparen Schweiz 2026 — 10 Strategien

Steuern sparen Schweiz: Die 10 effektivsten Strategien — Säule 3a, PK-Einkauf, Unterhaltskosten, Kinderabzug. Mit konkreten CHF-Beträgen und Avenzo-Rechner.

Steuern sparen Schweiz — legale Abzüge im Überblick
Steuern sparen Schweiz — legale Abzüge im Überblick
Denis Smajovik
Denis SmajovikAvenzo

Founder & CEO, Avenzo GmbH

Das Wichtigste in Kürze
  1. 01Berufsauslagen (Homeoffice, Pendlerkosten, Weiterbildung) werden am häufigsten vergessen — bis CHF 5'000/Jahr verschenkt
  2. 02PK-Einkauf über 2–3 Jahre staffeln spart durch den Progressionseffekt mehr als ein Einmaleinkauf
  3. 03Krankheitskosten sind abziehbar ab der 5%-Schwelle des Nettoeinkommens — Zahnarzt und Franchise zählen
  4. 04Pauschalabzug oder effektive Kosten bei Liegenschaften: jedes Jahr neu wählbar
  5. 05Vergessene Abzüge? Sie haben 30 Tage nach der Steuerveranlagung für eine kostenlose Einsprache

Steuern sparen in der Schweiz ist mit legalen Abzügen systematisch möglich — CHF 5'000–20'000 pro Jahr sind für Privatpersonen realistisch erreichbar. Die wirksamsten Hebel sind Säule 3a (CHF 7258 abziehbar), Pensionskassen-Einkauf (bis CHF 100'000+) und ein steuergünstiger Wohnsitz. Dieser Ratgeber zeigt alle 10 Strategien zum Steuern sparen in der Schweiz mit konkreten CHF-Beträgen, Beispielrechnungen und Hinweisen, wie Sie die Abzüge in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

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Alle 10 Strategien im Überblick

# Strategie Potenzielle Ersparnis Wer profitiert
1 Säule 3a maximieren CHF 1'700–2'500/Jahr Alle Erwerbstätigen
2 Pensionskassen-Einkauf CHF 2'500–35'000+ einmalig Personen mit Beitragslücken
3 Unterhaltskosten Liegenschaft CHF 1'000–10'000+/Jahr Immobilienbesitzer
4 Berufsauslagen CHF 1'000–5'000/Jahr Alle Angestellten
5 Kinderabzug CHF 1'500–6'000/Jahr Familien
6 Krankheitskosten Bis CHF 3'000+/Jahr Bei hohen Gesundheitskosten
7 Schuldenzinsen Je nach Hypothek Immobilienbesitzer, Kreditnehmer
8 Spenden Bis 20% des Einkommens Alle Steuerpflichtigen
9 Umzugskosten CHF 2'000–8'000 einmalig Bei beruflichem Wohnortwechsel
10 Wohnsitz optimieren CHF 5'000–30'000+/Jahr Alle mit Flexibilität

1. Säule 3a — CHF 7258 vom steuerbaren Einkommen abziehen

Potenzielle Ersparnis: CHF 1'700–2'500/Jahr

Die Säule 3a (gebundene Vorsorge) ist der einfachste und meistgenutzte Steuerabzug in der Schweiz. Der gesamte Einzahlungsbetrag wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen — bei Bund, Kanton und Gemeinde gleichzeitig.

Maximalbetrag 2025

  • Angestellte mit Pensionskasse: CHF 7258
  • Selbständige ohne Pensionskasse: CHF 36288 (max. 20% des Nettogewinns)

Rechenbeispiel

Ein Angestellter in Zürich mit CHF 100'000 Bruttoeinkommen und Grenzsteuersatz 33% spart durch die volle Säule-3a-Einzahlung: CHF 7258 × 33% = ca. CHF 2'400 pro Jahr. Über 30 Jahre entspricht das rund CHF 72'000 gesparten Steuern — plus die Anlagerendite auf dem 3a-Konto.

[!tip] Eröffnen Sie 3–5 separate 3a-Konten. Bei der Pensionierung können Sie die Konten über mehrere Jahre gestaffelt auflösen. Das reduziert die Progressionsstufe bei der Auszahlungsbesteuerung und spart zusätzlich CHF 5'000–15'000.

So machen Sie es in der Steuererklärung

Tragen Sie den Einzahlungsbetrag unter «Abzüge > Vorsorge > Säule 3a» ein. Die Bescheinigung Ihrer Bank oder Versicherung ist beizulegen. Der Abzug erfolgt automatisch bei Bund, Kanton und Gemeinde. Mehr zur optimalen Strategie in unserem Säule 3a Ratgeber.

2. Pensionskassen-Einkauf — CHF 10'000–100'000+ abziehen

Potenzielle Ersparnis: CHF 2'500–35'000+ einmalig

Der freiwillige Einkauf in die Pensionskasse (2. Säule) ist bei hohem Einkommen das wirkungsvollste Steuerinstrument überhaupt. Der gesamte Einkaufsbetrag ist im Jahr der Einzahlung vollständig abziehbar — ohne Obergrenze (Art. 79b BVG), solange eine Einkaufslücke besteht.

Voraussetzungen

  • Einkaufslücke vorhanden: Steht in Ihrem persönlichen Vorsorgeausweis (bei der PK anfordern)
  • Keine Kapitalauszahlung innerhalb von 3 Jahren geplant (WEF-Vorbezug oder Pensionierung)
  • Staffelung empfohlen: Verteilen Sie grosse Einkäufe über 2–3 Steuerjahre, um den Grenzsteuersatz optimal auszunutzen

[!tip] Staffeln Sie den PK-Einkauf über 3 Jahre statt als Einmalbetrag. Durch den Progressionseffekt erzielen Sie bei identischer Einkaufssumme eine bis zu 20% höhere Steuerersparnis — besonders bei Einkommen über CHF 150'000.

[!example] Beispiel: Sie haben eine Einkaufslücke von CHF 80'000 und einen Grenzsteuersatz von 35%. Ein Einkauf von CHF 40'000 im ersten und CHF 40'000 im zweiten Jahr ergibt eine Steuerersparnis von 2 × CHF 14'000 = CHF 28'000 total. Ein einmaliger Einkauf von CHF 80'000 würde durch die Progression weniger bringen.

So machen Sie es in der Steuererklärung

Tragen Sie den Einkaufsbetrag unter «Abzüge > Vorsorge > Einkauf 2. Säule» ein. Die Bestätigung Ihrer Pensionskasse muss beigelegt werden. Wann sich eine Auszahlung der Pensionskasse lohnt, erfahren Sie im separaten Ratgeber.

3. Unterhalts- und Renovationskosten für Liegenschaften

Potenzielle Ersparnis: CHF 1'000–10'000+/Jahr

Wenn Sie Wohneigentum besitzen, müssen Sie den Eigenmietwert als Einkommen versteuern. Im Gegenzug dürfen Sie werterhaltende Unterhaltskosten vollständig abziehen. Sie haben jedes Jahr die Wahl zwischen Pauschalabzug und effektiven Kosten.

Pauschalabzug vs. effektive Kosten

Methode Abzug Wann vorteilhaft
Pauschal 10% des Eigenmietwerts (Gebäude < 10 Jahre) oder 20% (> 10 Jahre) In Jahren ohne grössere Renovationen
Effektiv Volle Kosten mit Belegen In Jahren mit Heizungsersatz, Dachsanierung, Fassadenrenovation

Was ist abziehbar (werterhaltend)?

  • Heizungsrevisionen, Malerarbeiten, Fensterersatz, Dachunterhalt
  • Gartenpflege, Hauswartkosten, Schneeräumung
  • Sanitärreparaturen, Elektriker, Kaminfeger
  • Energetische Sanierungen (teilweise sogar wertvermehrend abziehbar)

[!tip] Planen Sie grössere Renovationen strategisch über zwei Steuerjahre. Im ersten Jahr wählen Sie effektive Kosten (mit den Renovationsbelegen), im Folgejahr wieder den Pauschalabzug. So nutzen Sie den Progressionseffekt optimal.

So machen Sie es in der Steuererklärung

Wählen Sie unter «Liegenschaftskosten» zwischen Pauschale und effektiven Kosten. Bei effektiver Abrechnung: alle Rechnungen und Quittungen beilegen. Avenzo erkennt automatisch, welche Methode für Sie günstiger ist. Berechnen Sie Ihren Eigenmietwert mit unserem Rechner.

4. Welche Berufsauslagen werden am häufigsten vergessen?

Potenzielle Ersparnis: CHF 1'000–5'000/Jahr

Berufsauslagen gehören zu den am häufigsten vergessenen Abzügen. Viele Arbeitnehmende wissen nicht, dass sie Pendlerkosten, Weiterbildung und Homeoffice geltend machen können — teilweise sogar pauschal ohne Belege.

Übersicht aller Berufsabzüge

Abzug Betrag Belege nötig?
Pendlerkosten (ÖV) Effektiv, max. CHF 3000 (Bundessteuer) Ja (Abonnement)
Pendlerkosten (Auto) CHF 0.70/km, max. CHF 3000 (Bundessteuer) Ja (Arbeitsweg)
Weiterbildungskosten Bis CHF 12000 pro Jahr Ja (Kursbestätigung)
Auswärtige Verpflegung Pauschal CHF 3200 Nein
Berufskleidung/Werkzeuge Effektiv oder Pauschal CHF 500–1'000 Je nach Kanton
Homeoffice-Pauschale CHF 2'400 (kantonal variierend) Nein
Fachliteratur/Software Effektiv Ja

Rechenbeispiel

Ein Pendler mit GA-Abonnement (CHF 3'860) und einem berufsbegleitenden CAS (CHF 8'500): CHF 3'000 (GA, gedeckelt) + CHF 3200 (Verpflegung) + CHF 8'500 (Weiterbildung, unter dem Maximum von CHF 12000) + CHF 2'400 (Homeoffice) = CHF 17'100 Abzüge. Bei 30% Grenzsteuersatz: CHF 5'130 Steuerersparnis.

[!info] Seit der Pandemie akzeptieren die meisten Kantone eine Homeoffice-Pauschale von CHF 2'400, auch wenn im Arbeitsvertrag kein fixes Homeoffice vereinbart ist. Die Regelungen variieren kantonal — prüfen Sie die Wegleitung Ihres Kantons. Unsere Steuerabzüge Checkliste hilft, keinen Abzug zu vergessen.

Nicht sicher, welche Berufsauslagen für Ihre Situation gelten? Der Avenzo Steuerabzug-Finder prüft in 60 Sekunden alle 40+ Abzüge nach Kanton und Lebenssituation.

5. Wie viel können Familien mit Kindern steuerlich abziehen?

Potenzielle Ersparnis: CHF 1'500–6'000/Jahr

Familien profitieren von mehreren kombinierbaren Abzügen. Die Beträge variieren kantonal erheblich — in Zürich ist der Kinderabzug CHF 9'000 pro Kind, in Zug CHF 12'000, auf Bundesebene CHF 6500.

Abzugsübersicht für Familien

Abzug Bundessteuer Kantonal (Beispiel ZH)
Kinderabzug pro Kind CHF 6500 CHF 9'000
Kinderdrittbetreuung Bis CHF 25'500 Bis CHF 10'100
Unterhaltszahlungen (Alimente) Voller Betrag Voller Betrag
Versicherungsprämien Kind CHF 700 CHF 1'300

Was zählt als Drittbetreuung?

Kita, Krippe, Tagesmutter, Schulhort, Au-pair, Mittagstisch und Tagesschule — alles, was extern organisierte Betreuung während der Arbeitszeit ist. Private Babysitter abends zählen nicht.

Rechenbeispiel

Familie mit 2 Kindern in Zürich: 2 × CHF 9'000 (Kinderabzug) + CHF 18'000 (Kita, 2 Kinder) + 2 × CHF 1'300 (Versicherungsprämien) = CHF 38'600 Abzüge. Bei 33% Grenzsteuersatz: CHF 12'700 Steuerersparnis. Die genauen Abzüge für Ihren Kanton finden Sie auf unserer Seite zur Steuererklärung Zürich.

6. Krankheits- und Unfallkosten

Potenzielle Ersparnis: bis CHF 3'000+/Jahr

Selbst getragene Krankheitskosten sind abziehbar, sobald sie 5% des Nettoeinkommens übersteigen (Schwellenwert variiert kantonal, auf Bundesebene 5%). Viele Steuerpflichtige erreichen diese Schwelle, ohne es zu wissen — besonders bei Zahnarztkosten und hoher Krankenkassen-Franchise.

Was ist abziehbar?

  • Zahnarztkosten: Füllungen, Kronen, Implantate, Kieferorthopädie — alles, was die Grundversicherung nicht übernimmt
  • Brillen und Kontaktlinsen: Voller Betrag (mit Beleg vom Optiker)
  • Hörgeräte und medizinische Hilfsmittel
  • Nicht übernommene Behandlungen: Physiotherapie, Psychotherapie, alternative Medizin (soweit ärztlich verordnet)
  • Pflegekosten für pflegebedürftige Angehörige im eigenen Haushalt
  • Franchise und Selbstbehalt: Was Sie selbst an die Krankenkasse zahlen

Rechenbeispiel

Nettoeinkommen CHF 80'000 → Schwelle 5% = CHF 4'000. Ihre Kosten: Zahnarzt CHF 3'500 + Brille CHF 800 + Franchise/Selbstbehalt CHF 2'500 = CHF 6'800. Abziehbar: CHF 6'800 − CHF 4'000 = CHF 2'800. Bei 30% Grenzsteuersatz: CHF 840 Steuerersparnis.

[!tip] Bündeln Sie planbare Gesundheitskosten (Zahnarzt, Brillenersatz) in einem Steuerjahr, um die 5%-Schwelle sicher zu überschreiten. Im Folgejahr bleiben Sie dann unter der Schwelle — und sparen bei der Franchise.

7. Schuldenzinsen und Schuldenabzug

Potenzielle Ersparnis: CHF 2'000–15'000+/Jahr

Für Immobilienbesitzer ist der Hypothekarzinsabzug oft der grösste Einzelposten in der Steuererklärung. Alle Schuldzinsen (Hypothek, Konsumkredit, Privatdarlehen) sind abziehbar — bis zur Höhe der Vermögenserträge plus CHF 50'000. Vergessen Sie zudem nicht, die Verrechnungssteuer auf Bankzinsen und Dividenden mit Formular DA-1 zurückzufordern — bei CHF 50'000 Wertschriftenvermögen und 2 % Rendite sind das CHF 350 pro Jahr.

Was ist abziehbar?

Zinsart Abzugsfähig? Limit
Hypothekarzinsen Ja Bis Vermögenserträge + CHF 50'000
Konsumkreditzinsen Ja Gleiche Obergrenze
Leasingzinsen Nein Nicht abziehbar
Kontoüberziehungszinsen Ja Bis Obergrenze

Rechenbeispiel

Hypothek CHF 600'000 bei 2.5% Zins = CHF 15'000 Hypothekarzinsen pro Jahr. Bei 33% Grenzsteuersatz: CHF 4'950 Steuerersparnis. Beachten Sie: Der Eigenmietwert wird als Einkommen besteuert, die Hypothekarzinsen aber als Abzug gegengerechnet. Netto ist Wohneigentum steuerlich dann vorteilhaft, wenn die Zinsen höher sind als der Eigenmietwert.

[!info] Ob Sie Ihre Hypothek amortisieren sollten, ist eine steuerliche Abwägung. Weniger Schulden = weniger Zinsabzug = höhere Steuern. Mehr zum Zusammenspiel von Hypothek und Eigenmietwert in unserem Lexikon.

8. Spenden an gemeinnützige Organisationen

Potenzielle Ersparnis: CHF 500–20'000+/Jahr

Spenden an steuerbefreite Institutionen (gemäss Art. 33a DBG) sind auf Bundesebene bis zu 20% des Nettoeinkommens abziehbar. Kantonal gelten teilweise andere Obergrenzen (z.B. Zürich: ebenfalls 20%, Mindestbetrag CHF 100).

Was zählt als abziehbare Spende?

  • Hilfswerke und NGOs: Rotes Kreuz, Caritas, Médecins Sans Frontières, WWF etc.
  • Kulturinstitutionen: Museen, Theater, Orchester
  • Bildungsinstitutionen: Universitäten, Fachhochschulen (für Forschung)
  • Politische Parteien: Bis CHF 10'300 auf Bundesebene
  • Kirchensteuern: Sind ein separater Posten, keine Spende

Rechenbeispiel

Nettoeinkommen CHF 120'000 → 20%-Obergrenze = CHF 24'000. Ihre Spenden: CHF 5'000 an Rotes Kreuz + CHF 2'000 an WWF + CHF 500 an lokalen Sportverein = CHF 7'500 Abzug. Bei 33% Grenzsteuersatz: CHF 2'475 Steuerersparnis.

So machen Sie es in der Steuererklärung

Bewahren Sie Spendenquittungen ab CHF 100 auf. Tragen Sie den Gesamtbetrag unter «Abzüge > Zuwendungen» ein. Bei Avenzo können Sie Spendenbelege einfach fotografieren — die App erkennt Organisation und Betrag automatisch.

[!info] Tipp für Grossspender: Verteilen Sie grössere Beträge über mehrere Steuerjahre, um den Abzug jedes Jahr zu maximieren. Einmalspenden über 20% des Einkommens verfallen — es gibt keinen Vortrag.

9. Umzugskosten bei beruflichem Umzug

Potenzielle Ersparnis: CHF 2'000–8'000 einmalig

Wenn ein Umzug durch einen neuen Job, eine Versetzung oder eine Firmenübernahme bedingt ist, sind die Umzugskosten als Berufsauslagen abziehbar. Der Umzug muss beruflich bedingt sein — ein freiwilliger Umzug innerhalb derselben Region zählt nicht.

Was ist abziehbar?

  • Umzugsfirma: Volle Kosten mit Rechnung
  • Eigenregie: Mietfahrzeug, Verpackungsmaterial, Kilometerentschädigung für Helfer
  • Doppelmiete: Übergangszeit bis zu 3 Monate (wenn beruflich begründet)
  • Maklergebühren: Für die neue Wohnung (wenn beruflich bedingt)
  • Reisekosten: Für Wohnungsbesichtigungen am neuen Arbeitsort

Rechenbeispiel

Umzugsfirma CHF 3'500 + Doppelmiete 2 Monate à CHF 1'800 = CHF 7'100 Abzug. Bei 30% Grenzsteuersatz: CHF 2'130 Steuerersparnis.

So machen Sie es in der Steuererklärung

Tragen Sie die Umzugskosten unter «Berufsauslagen > Übrige Berufskosten» ein. Legen Sie Rechnungen der Umzugsfirma, Mietverträge (alt und neu) und den neuen Arbeitsvertrag bei. Die Steuerveranlagung prüft, ob der berufliche Zusammenhang gegeben ist.

[!warning] Bewahren Sie den Arbeitsvertrag mit dem neuen Arbeitgeber auf — die Steuerverwaltung kann einen Nachweis verlangen, dass der Umzug beruflich bedingt war. Was Sie bei der Steuererklärung nach einem Umzug beachten müssen, erklären wir separat.

10. Wo sind die Steuern in der Schweiz am tiefsten?

Potenzielle Ersparnis: CHF 5'000–30'000+/Jahr

Langfristig ist der Wohnsitz in einem steuergünstigen Kanton der grösste Hebel. Die Steuerbelastung variiert in der Schweiz um den Faktor 2 — von rund 22% in Zug bis über 46% in Genf.

Kantonaler Steuersatzvergleich (Spitzensteuersatz Einkommen)

Kanton Spitzensatz Steuerbelastung CHF 150'000 Einkommen
Zug ~22% CHF 18'500
Nidwalden ~23% CHF 19'800
Schwyz ~24% CHF 20'500
Luzern ~31% CHF 28'200
Zürich ~40% CHF 38'000
Bern ~46% CHF 42'500

Rechenbeispiel

Umzug von Zürich nach Zug bei CHF 150'000 Einkommen: CHF 38'000 − CHF 18'500 = CHF 19'500 Steuerersparnis pro Jahr. Über 10 Jahre: CHF 195'000 — mehr als genug, um höhere Mieten oder einen Immobilienkauf zu kompensieren.

[!warning] Der Wohnsitzwechsel muss echt sein. Die Steuerverwaltung prüft: Wo schlafen Sie die Mehrheit der Nächte? Wo ist Ihr Arzt, Ihre Post, Ihr Verein? Scheinwohnsitze werden nach Art. 186 DBG mit Busse oder Strafverfahren geahndet.

Auch innerhalb des Kantons lohnt es sich

Selbst wer im Kanton Zürich bleibt, kann durch Wahl der richtigen Gemeinde erheblich sparen. Der kantonale Steuerfuss ist fix, der Gemeindesteuerfuss jedoch variiert stark. Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 100'000 (ledig, keine Kinder) ergeben sich folgende Unterschiede:

Gemeinde Steuerfuss Kantons- + Gemeindesteuer Ersparnis ggü. Stadt ZH
Stadt Zürich 119% ca. CHF 21'500 —
Zollikon 82% ca. CHF 17'800 ca. CHF 3'700/Jahr
Kilchberg 72% ca. CHF 16'400 ca. CHF 5'100/Jahr

Ein Umzug von der Stadt Zürich nach Kilchberg spart bei CHF 100'000 Einkommen rund CHF 5'100 pro Jahr — bei einem Fünf-Jahres-Horizont also über CHF 25'000. Da beide Gemeinden am linken Zürichseeufer liegen und hervorragend mit dem ÖV erschlossen sind, bleibt die Pendelzeit nahezu identisch. Die Steuerfüsse gelten für das Steuerjahr 2025 (Quelle: Steuerrechner ESTV). Aktuelle Vergleiche finden Sie im Steuersatz-Überblick für Kanton Zürich.

So machen Sie es

Beim Wohnsitzwechsel in einen anderen Kanton oder eine andere Gemeinde werden Sie per Stichtag 31. Dezember dem neuen Kanton bzw. der neuen Gemeinde zugeordnet. Melden Sie sich rechtzeitig um — die Steuerveranlagung erfolgt am Wohnsitz per Jahresende. Planen Sie die Ummeldung beim Einwohneramt mindestens 2 Wochen vor dem 31. Dezember, damit die Gemeinde die Adresse im Amtssystem verarbeiten kann. Ihre Steuererklärung reichen Sie danach beim neuen Wohnkanton ein. Einen Vergleich aller 26 Kantone finden Sie in unserer Kantonsübersicht.

Zusammenfassung: So können Sie in der Schweiz Steuern sparen

Steuern sparen in der Schweiz ist kein Zufall — es ist das Ergebnis systematischer Steuerplanung. Wer die zehn Strategien in diesem Ratgeber konsequent anwendet, kann bei einem mittleren Einkommen jährlich CHF 5'000–20'000 an Steuern sparen Schweiz-weit, unabhängig vom Kanton. Der Grundsatz: Je höher Ihr Grenzsteuersatz, desto wertvoller ist jeder Franken Abzug. Nutzen Sie die Steuerveranlagung als Werkzeug, nicht als Pflicht.

  1. Säule 3a einzahlen — sofort, jährlich, bis zum Maximum (CHF 7258)
  2. Berufsauslagen prüfen — Pendlerkosten, Homeoffice, Weiterbildung nicht vergessen
  3. Alle Belege sammeln — Gesundheitskosten, Spenden, Unterhaltskosten über dem Jahr dokumentieren
  4. PK-Einkauf prüfen — bei Beitragslücke und hohem Grenzsteuersatz über 2–3 Jahre staffeln
  5. Liegenschaftskosten optimieren — Pauschal oder effektiv, jedes Jahr neu wählen
  6. Langfristig — Wohnsitz in steuergünstigem Kanton evaluieren (Ersparnis bis CHF 30'000+/Jahr)

Nach Erhalt der Steuerveranlagung haben Sie 30 Tage Zeit für eine Einsprache — nutzen Sie diese Frist, wenn Sie Abzüge vergessen haben. Die Einsprache ist kostenlos und formlos (schriftlich an die Steuerverwaltung). Eine vollständige Liste aller geltend machbaren Positionen finden Sie in der Steuerabzüge Checkliste.

Der Avenzo Steuerabzug-Finder prüft alle 40+ Abzüge für Ihre persönliche Situation und berechnet die Ersparnis nach Kanton. Für den Gesamtvergleich aller 26 Kantone nutzen Sie den Steuerrechner Schweiz. Avenzo ist FINMA-registriert (F01567880) und aktualisiert alle Steuer-Kennzahlen jährlich aus offiziellen ESTV- und BSV-Quellen. Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 100'000 in Zürich (Grenzsteuersatz 33 %) können die zehn Strategien zusammen CHF 8'000–15'000 pro Jahr einsparen — bei Familien mit Wohneigentum und Kinderbetreuung sogar über CHF 20'000. In steuergünstigen Kantonen wie Zug oder Schwyz fällt die Ersparnis bei identischer Strategie geringer aus, da der Grenzsteuersatz bereits bei 22–24 % liegt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

FAQ

Häufige Fragen

Die Ersparnis hängt vom Einkommen, Kanton und der persönlichen Situation ab. Ein Ehepaar in Zürich mit CHF 150'000 Einkommen, zwei Kindern und Wohneigentum kann durch Säule 3a, Pendlerkosten, Kinderbetreuung und Unterhaltskosten typischerweise CHF 8'000–15'000 pro Jahr sparen. Bei höheren Einkommen mit PK-Einkauf deutlich mehr.

Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember des laufenden Steuerjahres auf dem 3a-Konto eingegangen sein. Eine Einzahlung am 2. Januar zählt erst für das folgende Steuerjahr. Planen Sie den Dauerauftrag rechtzeitig — Banküberweisungen können 1-2 Werktage dauern.

Ja. Nach Erhalt der definitiven Steuerveranlagung haben Sie 30 Tage für eine Einsprache (kostenlos, schriftlich an die Steuerverwaltung). Fehlende Belege können nachgereicht werden. Bei offensichtlichen Fehlern ist auch eine Revision bis zu 5 Jahre rückwirkend möglich.

Die drei am häufigsten vergessenen Abzüge sind: Weiterbildungskosten (bis CHF 12000, auch berufsbegleitende Kurse), Homeoffice-Pauschale (CHF 2'400 in vielen Kantonen, auch ohne Belege), und Krankheitskosten über der 5%-Schwelle (Zahnarzt, Brille, nicht übernommene Behandlungen). Avenzo prüft automatisch alle anwendbaren Abzüge.

Der Pauschalabzug (20% des Eigenmietwerts bei Gebäuden über 10 Jahre) lohnt sich, wenn Ihre tatsächlichen Unterhaltskosten tiefer sind. In Jahren mit grösseren Renovationen (Heizungsersatz, Dachsanierung) sind die effektiven Kosten meist höher. Sie können jedes Jahr neu wählen — verteilen Sie daher grosse Renovationen strategisch über mehrere Steuerjahre.

Quellen und Referenzen
  1. 01ESTV — Kreisschreiben Nr. 18a: Steuerliche Behandlung der Vorsorge (Säule 3a)
  2. 02BSV — Berufliche Vorsorge (BVG) und 3. Säule: Übersicht
  3. 03ESTV — Formulare und Wegleitungen der direkten Bundessteuer (DBST)
  4. 04ESTV — Steuerrechner: Steuern berechnen und vergleichen
  5. 05BAG — Krankenversicherung: Prämien und Kostenbeteiligung (Franchise, Selbstbehalt)
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