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VersicherungenFINMA · F01567880Provisionen offengelegt

Unfallversicherung Schweiz — UVG, BU, NBU einfach erklärt

Unfallversicherung Schweiz: UVG-Pflicht für Angestellte über 8 h/Woche, BU und NBU erklärt. Selbständige müssen sich selbst versichern. Avenzo hilft.

Versicherungscheck starten→
Autordenis smajovikStand2026-03-13
01Echte Zahlen
Echte Zahlen
80%
Lohnfortzahlung bei Unfall
BU + NBU
Zwei Deckungsarten
SUVA
Grösster UVG-Träger
FINMA
registriert
02Trägervergleich

SUVA vs. Privatversicherer

Für viele Branchen besteht ein Wahlrecht zwischen SUVA und einem zugelassenen Privatversicherer. Der Leistungsumfang nach UVG ist identisch — Unterschiede bestehen bei Prämien, Service und Zusatzleistungen.

SUVAPrivatversicherer (z.B. AXA, Zürich)
Branchen
Industrie, Handwerk, Bau, Landwirtschaft (obligatorisch)
Handel, Banken, Dienstleistungen (Wahlrecht)
UVG-Leistungen
Gesetzlicher Mindeststandard nach UVG
Gesetzlicher Mindeststandard nach UVG (identisch)
Zusatzdeckungen
SUVA-Zusatzversicherungen möglich
Halbprivat/Privat, Ausland-Zusatz, breite Palette
Prämien
Branchentarife (öffentlich)
Individuell nach Risikoprofil
Rehabilitation
Umfassendes SUVA-Rehazentrum-Netz
Vertragsärzte und Kliniken
03Welche Option passt

Welcher Unfallschutz passt zu Ihnen?

Drei Ausgangslagen, drei klare Wege — pensumsabhängige UVG-Deckung plus Zusatzoptionen für Selbständige.

Option 01 · shieldEmpfohlen

Angestellt >8 h/Woche

  • BU + NBU automatisch gedeckt
  • BU-Prämie vom Arbeitgeber
  • Höchstlohn-Lücke bei >CHF 148200
Passt zu

Angestellte mit Pensum ≥20%

Lücke prüfen→
Option 02 · bell

Angestellt ≤8 h/Woche

  • Nur BU versichert (UVG)
  • NBU über Krankenkasse einschliessen
  • Freizeitunfälle sonst nicht gedeckt
Passt zu

Teilzeit und Nebenjobs

Krankenkasse-Unfalleinschluss→
Option 03 · coin

Selbständigerwerbend

  • Nicht obligatorisch UVG-versichert
  • Freiwillige SUVA möglich
  • Private Einzelpolice empfehlenswert
Passt zu

Einzelunternehmer und Freiberufler

Selbständigen-Beratung→
04Rechenbeispiel

Was kostet die UVG-Höchstlohn-Lücke?

Rechenbeispiel für Angestellte mit Jahreslohn über CHF 148200.

Beispiel 01

Jahreslohn CHF 200'000, 100% Invalidität

Bruttolohn
CHF 200'000
UVG-Höchstlohn
CHF 148200
Invaliditätsgrad
100%
UVG-Rente = 80% × CHF 148200; Lücke = 80% × (CHF 200'000 − CHF 148200)
CHF 41'440/Jahrjährliche Deckungslücke ohne Zusatzversicherung
05Im Detail

Hintergrund, Kontext und Zahlen — sortiert nach Thema.

Die Unfallversicherung nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) ist für alle Arbeitnehmenden in der Schweiz mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens 8 Stunden beim selben Arbeitgeber obligatorisch. Sie unterscheidet Berufsunfälle (BU) und Nichtberufsunfälle (NBU) und deckt Heilungskosten, Taggeld, Invalidenrente und Hinterlassenenleistungen. Für Selbständige ist der Abschluss einer freiwilligen UVG-Versicherung möglich — wer keine abschliesst, trägt Unfallkosten vollständig aus der obligatorischen Krankenversicherung (OKP). Diese Seite gehört zum Avenzo-Versicherungs-Hub und erklärt die UVG-Leistungen, typische Lücken und die Besonderheiten für Selbständige.

Das UVG — Grundlagen

Das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) regelt die obligatorische Unfallversicherung für Arbeitnehmende in der Schweiz. Es unterscheidet zwei Deckungsbereiche:

BU (Berufsunfall) NBU (Nichtberufsunfall)
Was ist abgedeckt Unfälle bei der Arbeit und auf dem Arbeitsweg Unfälle in der Freizeit
Arbeitgeber zahlt Prämie Vollständig Nein
Arbeitnehmer zahlt Prämie Nein Vollständig
Wer ist abgedeckt Alle Angestellten Angestellte > 8 h/Woche beim selben AG

Leistungen bei Unfall

Heilungskosten

Das UVG deckt sämtliche Heilungskosten — ärztliche Behandlung, Medikamente, Spital, Rehabilitation — ohne Franchise und ohne Selbstbehalt.

Taggeld und Renten

Bei Arbeitsunfähigkeit nach Unfall zahlt die UVG-Versicherung 80 % des versicherten Lohns ab dem dritten Tag nach Unfalleintritt. Bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit (Invaliditätsgrad mindestens 10 %) besteht Anspruch auf eine UVG-Invalidenrente — diese beträgt maximal 80 % des versicherten Verdienstes bei 100 % Invaliditätsgrad. Im Todesfall erhalten hinterlassene Ehegatten 40 % und Halbwaisen 15 % (Vollwaisen 25 %) als Hinterlassenenrente. Wichtig: Die UVG-Renten werden mit Leistungen der Invalidenversicherung (IV) koordiniert — gemäss Art. 20 Abs. 2 UVG darf die Summe aus UVG-Rente und IV-Rente 90 % des versicherten Verdienstes nicht überschreiten (Komplementärrente).

Versicherter Lohn und UVG-Höchstlohn

Nicht der gesamte Bruttolohn ist UVG-versichert, sondern der sogenannte versicherte Verdienst bis zum UVG-Höchstlohn. Der Höchstlohn wird periodisch angepasst; zum aktuellen Stand beträgt er CHF 148200 pro Jahr (bzw. CHF 406 pro Tag, Stand 2025 — aktuelle Werte siehe BSV). Einkommen über dem Höchstlohn sind UVG-unversichert — bei Hochverdienern entsteht dadurch eine Deckungslücke, die nur mit einer privaten Zusatzversicherung geschlossen werden kann. Das Rechenbeispiel oberhalb zeigt, wie hoch die jährliche Lücke bei einem Jahreslohn von CHF 200'000 ausfällt.

Meldeverfahren — was tun nach einem Unfall?

Für Berufs- und Nichtberufsunfälle gilt dasselbe Meldeverfahren (siehe Timeline oberhalb): Erste Hilfe, Arbeitgeber informieren (am selben Tag, Art. 45 UVG), Unfallmeldung an SUVA oder privaten UVG-Versicherer, Arztzeugnis, und direkte Abrechnung zwischen Leistungserbringer und Versicherer — ohne Franchise, ohne Selbstbehalt. Auch Freizeitunfälle werden über den Arbeitgeber gemeldet, solange Sie UVG-unterstellt sind.

Unfallversicherung für Selbständige

Selbständigerwerbende sind nicht zwingend UVG-versichert. Sie haben drei Optionen:

Option 1: Unfalldeckung in der Grundversicherung (OKP)

Die obligatorische Krankenversicherung deckt Unfallkosten nur, wenn Sie den Unfalleinschluss aktiv beantragen. Für Angestellte, die mehr als 8 h/Woche arbeiten, ist dieser Einschluss nicht nötig (UVG gilt), für alle anderen schon. Der Einschluss erhöht die monatliche Krankenkassenprämie um etwa CHF 5–15, deckt aber keine Taggelder oder Renten.

Option 2: Freiwillige UVG-Versicherung

Selbständige können freiwillig eine UVG-Versicherung abschliessen — bei der Suva oder einem privaten UVG-Versicherer, sofern die Suva für ihre Branche nicht zuständig ist. Die freiwillige UVG bietet denselben Leistungsumfang wie für Angestellte: Heilungskosten ohne Franchise, Taggeld 80 %, Invalidenrente. Die Prämie hängt vom versicherten Verdienst und vom Risiko der Tätigkeit ab.

Option 3: Private Unfallversicherung (Einzelpolice)

Ergänzend oder alternativ zur UVG können Selbständige eine private Unfallversicherung abschliessen — Einzelpolicen mit Kapital- oder Rentenleistungen, oft mit Taggeldbausteinen und Deckung für Heilungskosten über der UVG-Grenze. Diese Policen sind bei privaten Versicherern FINMA-reguliert und werden individuell tarifiert.

[!tip] Kombination für Selbständige Viele Selbständige kombinieren: freiwillige UVG (Grundschutz) + private Zusatzpolice (Höchstlohn-Lücke und Taggeld-Verlängerung) + Krankentaggeldversicherung (KTG) für krankheitsbedingten Erwerbsausfall. Avenzo vergleicht diese Kombinationen neutral.

Lücken in der Unfallversicherung

Auch mit UVG-Deckung bestehen mögliche Versicherungslücken:

Lücke Lösung
Spital Halbprivat/Privat UVG-Zusatzversicherung
Zahnarztkosten kosmetisch nach Unfall Zahnzusatzversicherung
Ausland-Unfälle langfristig Auslandsreisekrankenversicherung
Invalidität unter 100 % Private Invaliditätsversicherung
Einkommen über UVG-Höchstlohn Überschuss-Unfallversicherung

[!info] Teilzeitangestellte unter 8 h/Woche beim selben Arbeitgeber sind nicht NBU-versichert. Sie müssen den Unfalleinschluss in ihrer Krankenkasse (OKP) aktivieren — das kostet wenig Mehrprämie, schliesst aber die Lücke bei Freizeitunfällen.

Warum neutral vergleichen mit Avenzo

Die UVG-Versicherung für Angestellte ist gesetzlich geregelt und bietet kaum Wahlmöglichkeit. Relevanter Vergleich bei:

  • Zusatzversicherungen über dem UVG-Niveau (Spital privat, Überschuss-Deckung)
  • Freiwilliger UVG und privater Unfallversicherung für Selbständige
  • Kombination Unfalldeckung + Krankentaggeld + Berufshaftpflicht

Avenzo GmbH ist als ungebundene Versicherungsvermittlerin bei der FINMA registriert (F01567880) und vergleicht alle zugelassenen Schweizer Unfallversicherer neutral. Avenzo wird beim Vertragsabschluss von den Versicherern entschädigt — neutral, ungebunden und vollständig offengelegt. Siehe auch Krankenkasse, Haftpflichtversicherung und Lebensversicherung als ergänzende Absicherungsbausteine.

Quellen: Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG); SUVA — Unfallversicherung UVG.

Diese Seite ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

06Ablauf · Fristen

Nach einem Unfall — das ist zu tun

Fünf Schritte gemäss UVG-Meldeverfahren.

  1. Erste Hilfe

    Bei schweren Unfällen Notruf 144. Ärztliche Versorgung sicherstellen.

  2. Arbeitgeber informieren

    Möglichst am selben Tag (Art. 45 UVG). Arbeitgeber meldet unverzüglich an UVG-Versicherer.

  3. Unfallmeldung

    Arbeitgeber füllt Unfallmeldung aus und sendet an SUVA oder privaten Unfallversicherer.

  4. Arztzeugnis

    Arbeitsunfähigkeitszeugnis geht via Arbeitgeber an den Versicherer.

  5. Keine Direktzahlung

    Spital und Arzt rechnen direkt mit dem Versicherer ab — keine Franchise, kein Selbstbehalt.

FAQ

Häufige Fragen

01
Muss ich als Arbeitgeber eine NBU-Versicherung abschliessen?
Der Arbeitgeber muss die NBU-Versicherung organisieren und abschliessen — die Prämie trägt jedoch der Arbeitnehmer (Lohnabzug). Für Teilzeitangestellte unter 8 h/Woche beim selben Arbeitgeber ist NBU nicht obligatorisch (UVG Art. 68).
02
Was passiert bei einem Sportunfall?
Sportunfälle gelten als Nichtberufsunfall (NBU) und sind über die NBU-Deckung versichert — sofern der Arbeitnehmer mehr als 8 h/Woche beim selben Arbeitgeber beschäftigt ist. Gewisse Extremsportarten können ausgeschlossen oder mit Zusatzprämie belegt sein.
03
Bin ich während Ferien unfallversichert?
Ja, sofern Sie NBU-versichert sind (mehr als 8 h/Woche beim selben Arbeitgeber). Ein Ferienunfall gilt als Nichtberufsunfall und ist über die NBU-Deckung versichert.
04
Was ist der Unterschied zwischen UVG und privater Unfallversicherung?
Das UVG ist das gesetzliche Obligatorium mit definierten Leistungen (Heilungskosten, 80% Taggeld, Invalidenrente, Hinterlassenenrenten). Private Unfallversicherungen bieten Ergänzungsleistungen wie höhere Kapitalleistungen, privates Spital oder spezifische Sportunfälle. Sie ersetzen die UVG nicht, sondern ergänzen sie.
05
Wie versichern sich Selbständige bei Unfällen?
Selbständigerwerbende können sich freiwillig bei der SUVA versichern. Alternativ empfiehlt sich eine Kombination: Kollektiv-Krankentaggeldversicherung (deckt Arbeitsunfähigkeit auch durch Krankheit) plus private Unfallversicherung als Ergänzung. Ohne Deckung tragen Selbständige alle Unfall- und Krankheitskosten sowie Einkommensverluste selbst.

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HinweisAvenzo wird beim Vertragsabschluss von den Versicherern entschädigt — neutral, ungebunden und vollständig offengelegt.
Autor: Denis Smajovik— Founder & CEO · FINMA-registriert (F01490726) · BSc ZHAWVeröffentlicht: 2026-02-06Aktualisiert: 2026-03-13