Erbschaftssteuer Schweiz: Wer zahlt wie viel? Ehepartner und Kinder oft befreit, entfernte Verwandte bis 40%. Kantonale Unterschiede, Freibeträge und Fristen erklärt.

Keine Bundeserbschaftssteuer: Die Erbschaftssteuer ist rein kantonal — Schwyz und Obwalden erheben gar keine.
Ehepartner immer steuerfrei: In allen 26 Kantonen sind Ehepartner und eingetragene Partner vollständig von der Erbschaftssteuer befreit.
Kinder meist steuerfrei: In 22 von 26 Kantonen sind direkte Nachkommen befreit — Ausnahmen: AI, NE, VD und LU (mit Freibetrag).
Zwei Fragen — wir routen Sie zum passenden Avenzo-Service.
Sind Sie direkter Nachkomme oder Ehepartner des Erblassers (Kind, Enkel, Ehegatte)?
Drei typische Konstellationen — drei unterschiedliche Steuerpfade.
Kanton, Verwandtschaftsgrad und Erbteil eingeben — exakter Betrag für alle 26 Kantone.
Die Erbschaftssteuer in der Schweiz ist eine rein kantonale Angelegenheit: Es gibt keine Bundeserbschaftssteuer. Ehepartner sind in allen Kantonen vollständig befreit. Kinder sind in den meisten Kantonen ebenfalls steuerfrei. Entfernte Verwandte und Nicht-Verwandte können je nach Kanton jedoch bis zu 54 % des Erbteils als Steuer schulden. Das Nachlassinventar muss in den meisten Kantonen innert 1 Monat nach dem Todesfall beim Steueramt angemeldet werden (Art. 553 ZGB) — diese Frist läuft ab dem Todestag. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die Erbschaftssteuer in der Schweiz funktioniert, welche Steuersätze nach Verwandtschaftsgrad gelten und wie Sie die Steuerlast mit gezielter Planung senken.
KI bereitet Ihre Steuererklärung vor — eine:e Expert:in prüft jede Einreichung.
Die Erbschaftssteuer (Nachlasssteuer) wird auf dem Wert des ererbten Vermögens erhoben. Die wichtigsten Grundsätze:
Klären Sie zuerst den Verwandtschaftsgrad und den Wohnsitzkanton des Erblassers. Diese zwei Faktoren bestimmen, ob und wie viel Erbschaftssteuer in der Schweiz anfällt. Konsultieren Sie das kantonale Steuergesetz oder einen Treuhänder für die genauen Sätze.
| Verwandtschaftsgrad | ZH | BE | GE | SZ / OW | ZG |
|---|---|---|---|---|---|
| Ehepartner / eingetr. Partner | 0 % | 0 % | 0 % | — | 0 % |
| Kinder, Enkel | 0 % | 0 % | 0 % | — | 0 % |
| Geschwister | 12 % | 10 % | 20 % | — | 6 % |
| Nichten / Neffen (andere Verwandte) | 24 % | 25 % | 35 % | — | 12 % |
| Nicht-Verwandte | 36 % | 40 % | 54 % | — | 20 % |
SZ und OW erheben keine Erbschaftssteuer (—). Quelle: kantonale Steuergesetze; Stand 2025.
Rechenbeispiel: Eine Nichte erbt CHF 500'000 im Kanton Zürich. Bei einem Steuersatz von 24 % (Nichten / andere Verwandte) beträgt die Erbschaftssteuer CHF 120'000. Derselbe Erbteil im Kanton Genf: 35 % = CHF 175'000. Die Differenz von CHF 55'000 zeigt, wie stark der Wohnsitzkanton des Erblassers die Steuerlast beeinflusst. Mit dem Erbschaftssteuer-Rechner können Sie Ihre konkrete Situation in wenigen Sekunden berechnen.
Prüfen Sie, ob im Kanton des Erblassers Freibeträge gelten, die den steuerpflichtigen Anteil reduzieren. In vielen Kantonen sind Erbteile bis CHF 50'000–200'000 für bestimmte Verwandtschaftsgrade steuerfrei.
Nachlassinventar erstellen: Gemäss Art. 553 ZGB muss das Nachlassinventar in den meisten Kantonen innert 1 Monat nach dem Todesfall beim zuständigen Steueramt angemeldet werden. Bei grossen Nachlässen führt die Steuerbehörde eine amtliche Inventaraufnahme durch. Haben Sie das Inventarformular Ihres Kantons bereit — etwa im Kanton Zürich das Formular «Anmeldung zum Nachlassinventar» der Finanzdirektion.
Erbengemeinschaft klären: Bis zur Erbteilung gehört der Nachlass allen Erben gemeinsam. Steuern auf Erträge (Mieteinnahmen, Zinsen) des Nachlasses werden während dieser Zeit anteilig auf die Erben aufgeteilt.
Erbschaftssteuerdeklaration einreichen: Je nach Kanton reicht jeder Erbe separat eine Deklaration ein oder die Erbengemeinschaft gemeinsam.
Ausländische Vermögenswerte prüfen: Liegenschaften im Ausland unterliegen dem ausländischen Erbschaftssteuerrecht. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) können eine Anrechnung ermöglichen.
Frist für die Steuerzahlung einhalten: Die Erbschaftssteuer ist in der Regel innert 30–90 Tagen nach Veranlagung fällig. Bei Liegenschaften als Erbschaftsbestandteil kann ein Zahlungsaufschub beantragt werden.
[!warning] Ausschlagung: 3-Monats-Frist beachten. Möchten Sie eine Erbschaft wegen überschuldeter Verhältnisse ausschlagen, müssen Sie dies gemäss Art. 567 ZGB innert 3 Monate seit Kenntnis des Erbfalls erklären. Die Erklärung erfolgt schriftlich beim zuständigen Bezirksgericht. Wird die Frist versäumt, gilt die Erbschaft als angenommen — inklusive aller Schulden des Erblassers.
[!info] Pensionskasse und Säule 3a gehören nicht zum steuerbaren Nachlass. Leistungen aus der beruflichen Vorsorge (BVG) und der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) fallen bei Tod direkt an die begünstigten Personen — sie sind kein Bestandteil des zivilrechtlichen Nachlasses und unterliegen in den meisten Kantonen nicht der Erbschaftssteuer. Stattdessen fällt eine separate kantonale Kapitalleistungssteuer an (häufig 2–5 % des ausbezahlten Betrags).
[!info] Liegenschaften werden am Belegenheitsort besteuert. Eine geerbte Liegenschaft in Luzern wird nach Luzerner Steuerrecht besteuert — auch wenn der Erblasser Wohnsitz im Kanton Bern hatte. Für die Erbschaftssteuer ist der Kanton massgebend, in dem die Liegenschaft liegt; für bewegliches Vermögen hingegen der letzte Wohnsitzkanton des Erblassers.
Eine vollständige Dokumentation beschleunigt das Inventarverfahren und verhindert Steuernachträge. Stellen Sie folgende Unterlagen bereit:
Rechenbeispiel: Herr Zimmermann stirbt mit Wohnsitz in Aarau (Kanton Aargau) und hinterlässt zwei erwachsene Kinder. Das Steueramt Aargau verlangt alle Bankbelege per Todestag sowie die amtliche Schätzung der Liegenschaft in Aarau (Steuerwert CHF 650'000, Hypothek CHF 250'000 — steuerbarer Nettowert CHF 400'000). Da Kinder im Kanton Aargau von der Erbschaftssteuer befreit sind, fällt keine Steuer an. Die vollständigen Unterlagen verhindern dennoch eine kostenpflichtige amtliche Inventaraufnahme.
Erstellen Sie eine digitale Kopie aller Dokumente und bewahren Sie die Originale mindestens 10 Jahre auf. Nachlassinventare, Erbteilungsverträge und Liegenschaftsschätzungen sind auch bei einem späteren Verkauf für die Grundstückgewinnsteuer massgebend — bei geerbten Liegenschaften wird die Haltedauer des Erblassers übernommen, was die Steuer erheblich reduziert; Details zur Grundstückgewinnsteuer-Berechnung finden Sie im zugehörigen Ratgeber.
Viele Kantone gewähren Freibeträge, die die Erbschaftssteuer reduzieren oder eliminieren:
| Situation | Mögliche Steueroptimierung |
|---|---|
| Schenkungen zu Lebzeiten | In vielen Kantonen 5 Jahre vor dem Tod steuerlich gleichgestellt — Planung lohnt sich frühzeitig |
| Lebensversicherungen | Begünstigte erhalten Leistung ausserhalb des Erbgangs — oft nicht erbschaftssteuerpflichtig |
| Ehegüterrecht | Gütertrennung vs. Errungenschaftsbeteiligung beeinflusst die Nachlassgrösse erheblich |
| Stiftungslösungen | Für grosse Vermögen: Familienstiftungen können Erbschaftssteuer langfristig minimieren |
Rechenbeispiel: Herr Brunner plant, seinem Neffen CHF 200'000 zu vererben (Kanton Zürich, 24 % Erbschaftssteuer für Nichten/Neffen = CHF 48'000). Alternativ überträgt er zu Lebzeiten jährlich CHF 50'000 als Schenkung über 4 Jahre. In vielen Kantonen wird die Schenkungssteuer identisch zur Erbschaftssteuer erhoben — aber die Progression ist bei kleineren Beträgen tiefer. Ersparnis: bis zu CHF 8'000–12'000.
Lassen Sie frühzeitig (5–10 Jahre vor dem erwarteten Erbfall) eine Nachlassplanung erstellen. Dabei werden Schenkungen, Lebensversicherungen, Güterstandswahl und testamentarische Regelungen aufeinander abgestimmt.
Neben der Erbschaftssteuer hat eine Erbschaft auch Folgen für die laufende Einkommens- und Vermögenssteuer der Erben:
Rechenbeispiel: Frau Huber erbt eine Wohnung mit einem Eigenmietwert von CHF 18'000 pro Jahr. Bei einem Grenzsteuersatz von 32 % steigt ihre jährliche Steuerbelastung um ca. CHF 5'760. Gleichzeitig kann sie Schuldzinsen und Unterhaltskosten abziehen, sofern eine Hypothek besteht.
Deklarieren Sie das geerbte Vermögen ab dem Jahr der Erbteilung in Ihrer Steuererklärung. Bei geerbten Liegenschaften: Eigenmietwert beim kantonalen Steueramt erfragen und Hypothekarzinsen als Schuldzinsen abziehen.
Für komplexe Nachlässe — mit Liegenschaften, Unternehmensbeteiligungen oder internationalen Vermögenswerten — empfiehlt sich eine frühzeitige Erbschaftsplanung mit einem Treuhänder.
Stand: April 2026. Quellen: ESTV Steuerbelastung, kantonale Erbschaftssteuergesetze (tax-data.yaml inheritance.cantonalRates), ZGB Art. 553 & 567, BVG Art. 20a. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
Nein. Die Schweiz hat keine Bundeserbschaftssteuer. Das Schweizer Volk hat eine entsprechende Volksinitiative 2015 abgelehnt. Die Erbschaftssteuer ist ausschliesslich Sache der Kantone — Schwyz und Obwalden erheben gar keine Erbschaftssteuer.
In 22 von 26 Kantonen sind direkte Nachkommen (Kinder und Enkel) vollständig von der Erbschaftssteuer befreit. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Neuenburg, Waadt und Luzern kann eine Steuer anfallen — jedoch mit Freibeträgen, die kleine Erbschaften oft vollständig befreien.
Ein unverheirateter Lebenspartner gilt steuerrechtlich als Nicht-Verwandter und zahlt in den meisten Kantonen die höchsten Erbschaftssteuersätze — bis 54 % in Genf. Planung über Testament und Lebensversicherungen ist dringend empfohlen, um die Steuerlast zu senken.
Ja — in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtige Personen müssen ihr weltweites Vermögen deklarieren, einschliesslich Erbschaften aus dem Ausland. Doppelbesteuerungsabkommen können eine Anrechnung der im Ausland gezahlten Erbschaftssteuer ermöglichen.
Mindestens 10 Jahre. Nachlassinventare, Erbteilungsverträge und Schätzungen von Liegenschaften sollten dauerhaft aufbewahrt werden — sie sind auch bei einem späteren Verkauf geerbter Liegenschaften für die Grundstückgewinnsteuer relevant.
Erbschaftssteuer Schweiz: Wer zahlt wie viel? Ehepartner und Kinder oft befreit, entfernte Verwandte bis 40%. Kantonale Unterschiede, Freibeträge und Fristen erklärt.