Die Quellensteuer ist die direkte Lohnsteuer für ausländische Arbeitnehmende in der Schweiz ohne Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) — sie wird vom Arbeitgeber monatlich vom Bruttolohn abgezogen und an die kantonale Steuerverwaltung überwiesen. Die Höhe bemisst sich nach vier Faktoren: Wohnkanton, monatlicher Bruttolohn, Tarifcode (A für Ledige, B für verheiratete Alleinverdiener, C für Doppelverdiener, H für Alleinerziehende) und Anzahl Kinder. Als Orientierung: Im Kanton Zürich zahlt eine ledige Person ohne Kinder bei CHF 8'000 Monatslohn nach Tarif A0 rund CHF 798 pro Monat (≈ 10 % effektiver Satz). Übersteigt das Brutto-Jahreseinkommen CHF 120000, greift zwingend die nachträgliche ordentliche Veranlagung (NOV) — Sie reichen dann wie ein C-Ausweis-Halter eine volle Steuererklärung ein. Grundlage sind die Tarife des ESTV-Kreisschreibens zur Quellenbesteuerung (estv.admin.ch). Der Rechner unten zeigt Ihnen Ihren Abzugsbetrag, den effektiven Steuersatz und ob sich eine freiwillige NOV finanziell lohnt.
So funktioniert der Quellensteuer-Rechner
Schritt 1 — Kanton wählen
Wählen Sie Ihren Wohnkanton. Die kantonalen Quellensteuer-Tarife variieren erheblich; ein identischer Bruttolohn kann je nach Kanton zu Unterschieden von mehreren Prozentpunkten beim effektiven Steuersatz führen.
Schritt 2 — Bruttolohn eingeben
Geben Sie Ihren monatlichen Bruttolohn über den Slider ein. Der Slider deckt den für die Quellensteuer relevanten Bereich ab. Für die Berechnung nach 12 oder 13 Monatslöhnen steht ein Toggle zur Verfügung: Wählen Sie 13 Monatslöhne, wenn Ihr Arbeitsvertrag ein 13. Monatsgehalt vorsieht — dies verändert die Umrechnung auf den Jahreslohn und damit den angewendeten Tarif.
Schritt 3 — Tarifcode und Kinder wählen
Wählen Sie Ihren Tarifcode (A, B, C oder H) und die Anzahl Kinder. Der Code bildet Ihren Zivilstand und Ihre familiäre Situation ab. Eine Zahl hinter dem Buchstaben gibt die Kinderanzahl an — etwa B2 für einen alleinverdienenden Ehegatten mit zwei Kindern.
Tarifcodes verstehen
Das Schweizer Quellensteuersystem ordnet jede quellensteuerpflichtige Person einem Tarifcode zu. Es gibt vier Hauptcodes; Tarifcode D ist kein eigenständiger Tarifsatz, sondern beschreibt Nebenerwerb — in diesem Fall wird der ordentliche Tarif ohne Kindermodifier zum vollen Satz angewendet.
| Code | Personengruppe | Typische Situation |
|---|---|---|
| A | Ledig, keine Kinder | Alleinstehende, Doppelverdiener ohne Alleinverdienerabzug |
| B | Verheiratet, Einverdiener | Ehepaar, Ehepartner nicht oder geringfügig erwerbstätig |
| C | Verheiratet, Doppelverdiener | Beide Partner voll erwerbstätig, Zusammenveranlagung |
| H | Alleinerziehend | Einelternteil mit Kindern im Haushalt |
| 0, 1, 2 … | Kindermodifier | Wird an A, B oder H angehängt |
[!info] Es gibt keinen eigenständigen Tarifcode D. Wer ein Zweiteinkommen hat, wird für dieses Arbeitsverhältnis zum ordentlichen Satz ohne Kindermodifier besteuert. Prüfen Sie bei zwei Arbeitgebern, ob eine freiwillige NOV die Gesamtbelastung senkt — denn die Summe zweier Quellensteuern übersteigt oft die ordentliche Steuer auf das Gesamteinkommen.
Der Tarifcode wird durch Ihren Arbeitgeber angewendet. Bei einer Änderung der Lebensumstände — Heirat, Geburt eines Kindes, Trennung — müssen Sie dem Arbeitgeber die Änderung melden, damit der richtige Tarif angewendet wird. Die Grundlagen sind im ESTV-Kreisschreiben zur Quellenbesteuerung geregelt (estv.admin.ch).
Ihre Ergebnisse verstehen
Der Rechner weist vier Grössen aus:
Monatliche Quellensteuer: Der Abzugsbetrag, den Ihr Arbeitgeber jeden Monat direkt von Ihrem Bruttolohn einbehält und an die kantonale Steuerverwaltung abführt.
Jährliche Quellensteuer: Monatlicher Abzug multipliziert mit 12 (oder 13 bei entsprechendem Toggle). Dies ist Ihre Gesamtbelastung über ein Jahr, wenn sich Lohn und Situation nicht ändern.
Effektiver Steuersatz: Der tatsächliche Prozentsatz Ihres Bruttolohns, der als Quellensteuer einbehalten wird. Bei der progressiven Besteuerung liegt dieser Satz umso höher, je grösser der Lohn ist.
NOV-Hinweis: Der Rechner zeigt an, ob auf Basis Ihres Jahreslohns eine Pflicht zur nachträglichen ordentlichen Veranlagung besteht (ab CHF 120000 Brutto-Jahreseinkommen) — oder ob eine freiwillige NOV finanziell sinnvoll sein könnte.
Rechenbeispiel: Kanton Zürich, Tarif A0
Die folgende Tabelle zeigt die Quellensteuer für fünf repräsentative Lohnstufen im Kanton Zürich unter Tarif A0 (ledig, keine Kinder, 2026).
| Monatslohn brutto | Quellensteuer ca. | Effektiver Satz |
|---|---|---|
| CHF 3'500 | CHF 245 | 7,0% |
| CHF 5'000 | CHF 490 | 9,8% |
| CHF 7'000 | CHF 798 | 11,4% |
| CHF 10'000 | CHF 1'280 | 12,8% |
| CHF 15'000 | CHF 2'340 | 15,6% |
Der Tarif steigt progressiv an: Wer CHF 15'000 im Monat verdient, zahlt einen mehr als doppelt so hohen effektiven Satz wie jemand mit CHF 3'500. Für andere Kantone und Tarifcodes nutzen Sie den interaktiven Rechner — die Unterschiede zwischen den Kantonen können mehrere Prozentpunkte betragen. Für kantonsspezifische Tarife siehe den Quellensteuer-Rechner Zürich.
Nachträgliche ordentliche Veranlagung (NOV)
Die NOV erlaubt quellensteuerpflichtigen Personen, eine reguläre Steuererklärung einzureichen und dabei alle ordentlichen Abzüge geltend zu machen — Säule 3a, Berufsauslagen, Schuldzinsen und mehr. Damit kann die effektive Steuerbelastung unter den Quellensteuerabzug sinken; die Differenz wird zurückerstattet.
Pflicht zur NOV besteht, wenn das weltweite Bruttojahreseinkommen CHF 120000 übersteigt, wenn Einkommen aus unbeweglichem Vermögen in der Schweiz erzielt wird oder wenn eine selbständige Nebentätigkeit vorliegt.
Freiwilliges Recht auf NOV besteht unabhängig vom Einkommen. Der Antrag muss bis zum 31. März des Folgejahres bei der kantonalen Steuerverwaltung gestellt werden.
[!tip] Die NOV lohnt sich besonders bei hohen abzugsfähigen Berufsauslagen, einem Säule-3a-Beitrag oder einem Hypothekarzins. Der Quellensteuer-Rechner zeigt Ihnen, ob Ihre Abzüge gross genug sind, um die Quellensteuer-Tarifbelastung zu unterschreiten.
Tipps für Quellenbesteuerte
Tarifcode sofort melden: Ändert sich Ihr Zivilstand oder Ihre Kinderzahl, müssen Sie dies unverzüglich dem Arbeitgeber mitteilen. Falsch angewendete Tarifcodes führen entweder zu Nachforderungen oder zu unnötig hohen Abzügen.
Mehrere Einkommensquellen zusammenrechnen: Wer zwei Arbeitgeber hat, wird für das Zweitarbeitsverhältnis immer nach Tarif D besteuert — zum vollen Satz ohne Kindermodifier. Prüfen Sie, ob eine freiwillige NOV die Gesamtbelastung senkt.
Säule 3a auch als Quellenbesteuerter einzahlen: Quellenbesteuerte Personen dürfen ebenfalls in die Säule 3a einzahlen. Der Abzug wird jedoch erst über die NOV wirksam — ein weiterer Grund, die NOV zu beantragen.
Expat-Besonderheiten beachten: Für Personen mit Quellensteuer und internationalem Hintergrund gelten teils abweichende Regeln, insbesondere bei Doppelbesteuerungsabkommen. Eine detaillierte Übersicht finden Sie unter Quellensteuer für Expats.
Nächste Schritte
Wer weiss, wie hoch seine Quellensteuer ist, kann gezielt handeln. Möchten Sie eine NOV beantragen, unterstützt Sie das Avenzo-Team beim Ausfüllen der Steuererklärung — inklusive aller relevanten Abzüge. Den vollständigen Steuerrechner für Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer finden Sie unter Steuerrechner Schweiz. Für eine umfassende Beratung als Expat oder quellenbesteuerter Arbeitnehmender empfehlen wir den Expats-Ratgeber.
Dieser Rechner ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.